Hey -

was hat denn bitte "Politik" beim Rebornen zu suchen????

 

Na ja, wenn man sich das gesamte Feld mal so ansieht, dann doch bitte eine ganze Menge.

 

Es fängt ja schon damit an, dass Reborner belächelt und Sammler von Rebornpuppen oft in eine Psycho-Ecke gedrängt werden.

 

Wieso eigentlich?

 

Und wieso ist das Rebornen immer noch nicht als "Puppenkunst" anerkannt?

Sondern läuft immer noch - leicht belächelt von den "Puppenmachern" - als "Anmalen" von Bausätzen -

ungefähr so, als wenn Männe sich jetzt einen einen Ferrari-Modellbausatz  kauft und den lackiert und zusammenbastelt.

 

Rebornen ist da schon etwas sehr anderes - vorausgesetzt, es wird wirklich als Kunst verstanden.

 

Ja, wir wissen und bedauern es - "Rebornen" wird von vielen Menschen als ein entspannendes Hobby betrieben. So wie Tausend andere Hobbies auch.

 

Das ist ja auch in Ordnung so - denn von den "Freizeit"-Rebornern leben die Händler (ich sage mit Absicht nicht "Hobby"-Rebornern, denn um ein Hobby zu betreiben, benötige ich Professionalität = Ernsthaftigkeit, Auseinandersetzung mit dem, was und womit ich etwas mache und Kritikfähigkeit).

 

Als Freizeitreborner muss ich mich mit all diesen professionellen Dingen nicht auseinandersetzen, sondern erfreue mich fröhlich an der Färbung eines Bausatzes, setze ihn zusammen, ziehe ihm etwas Nettes an und knipse dann ein paar Fotos mit meiner Taschenkamera und freue mich, wenn ich dann bei Ebay&Co zumindest einen kleinen Preis erziele, um mir einen neuen Bausatz leisten zu können und mich wieder als Künstler zu fühlen.

 

So ist es leider.

 

Und die Sammler?

Die müssen sich dann sagen lassen, dass sie doch eigentlich nur einen "Baby-Komplex" haben, der sie so etwas kaufen lässt.

 

Und die richtigen Reborn-Künstler ?

also die, die ergänzend zu dem Original (=OOAK) aus dem Bausatz ein wirkliches völlig individuelles Kunstwerk schaffen, sehen sich in ständiger Rechtfertigung.

 

Und deshalb haben wir 2007 diesen Verband gegründet.

Zusammen mit Rebornern und Sammlern.

 

Die ersten Schritte...

waren dann, innerhalb des Forums so wie auch auf Treffen, aufzuklären und zu zeigen worauf es ankommt - sowohl beim Rebornen als auch bei der Beurteilung einer Arbeit.

 

Dazu haben wir gemeinsam Standards ent- und weiter entwickelt, die einfach die Voraussetzung für ein qualitativ hochwertiges Reborn sind.

Und natürlich schränken die Standards die künstlerische Freiheit nicht ein, wie vielfach geargwöhnt wurde.

 

Logisch steht es mir frei, minderwertige Materialien zu nehmen - aber dann gehört so eine Puppe nicht in die Rubrik "Reborns".

 

Aufgrund der Standards wurde dann ein praktilables neutrales Bewertungssystem entwickelt, und die Reborner konnten ihre Puppen einreichen, um ein Qualitätssiegel zu erhalten.

 

Das hat zu viel Wirbel in der Rebornscene geführt - aber letztendlich die Diskussion weiter entfacht und das Qualitätsbewußtsein gefördert.

 

Aus gutem Grund waren diese Siegel auf 2 Jahre beschränkt - danach konnte man sich nachzertifizieren - denn die Entwicklung von Techniken und die Erkenntnisse überhaupt bleiben ja auch nicht stehen.

 

Mittlerweile

brauchen wir eigentlich keine Zertifizierungen mehr, denn das Qualitätsbewußtsein hat sich durchgesetzt.

Und die Reborner, die man als Künstler bezeichnen kann, auch.

 

Allerdings haben wir in letzter Zeit wieder verstärkt Nachfragen nach einer Zertifizierung erhalten, so dass wir diese wieder anbieten werden, sobald die Standards überarbeitet sind.

 

Und es ist nicht Aufgabe von ERVERA, sich darum zu kümmern, was da so alles im Internet auf Verkaufsplattformen abgeht.

 

Also denken wir über Neues nach und mischen uns weiter ein, wenn es um Grundsätzliches geht, wie z.B. die Diskussion darüber, welchen Gefahren sich ein Reborner möglicherweise aussetzt, wenn er Vinyl erhitzt.

 

Und wir sind auch weiterhin der Meinung, dass Rebornen eine eigene Kunst ist.

Und mit "Puppen anmalen" so wenig zu tun hat wie "Malen nach Zahlen" mit einem Bild.

 

Und trotzdem gibt es wieder Nachfragen nach dem Siegel...

anscheinend hat es sich herumgesprochen, dass hinter einem Siegel (unabhängig einer Mitgliedschaft) auch ein Verband steht, der diese von ihm verliehene Auszeichnung nicht missbraucht sehen möchte.

Und somit den Sammlern wiederum Sicherheit gibt.

Und den Rebornern Bestätigung und ebenfalls Sicherheit.

 

Die Standards...

werden gerade wieder überarbeitet (2011), denn Standards haben nichts mit "Stehenbleiben" zu tun.

Sie orientieren sich an den aktuellen Erkenntnissen und Erfahrungen, und insofern werden sie nicht irgendwo und irgendwie an einem PC eingetippt, sondern zuvor innerhalb des Verbandes auch kontrovers diskutiert, denn - zum wiederholten Male - sie grenzen in keiner Weise die künstlerische Freiheit ein, sondern unterscheiden nur zwischen Quaultät und allem anderen....