Das Öfchen - Erhitzen von PVC (Polyvinylchlorid= PVC)

Puppenkopf aus Weichvinyl  im Halogen-Ofen Puppenkopf aus Weichvinyl im Halogen-Ofen

Das Rebornen - sprich, die Art der Färbung von Weichvinylen - spaltet die Reborner derzeit in zwei bis drei Lager.

 

Es gibt zwei Sorten von Farben, die sich bisher als haltbar und auch tauglich zur schichtweisen Färbung (= lasierend) erwiesen haben.

 

Zum einen die Acrylfarben (sofern sie weichmacher-resistent* sind) und zum anderen die "Genesis Artist Colours" - das sind synthetische Ölfarben , die erst dann trocknen, wenn sie auf 130°C erhitzt werden (i.d.R. in einem Ofen).

 

Daneben gibt es aber auch noch die Kombination - also Acrylfarben  mit einer Abschluss-Schicht versiegelt ("Varnish").

 

Wo ist denn nun das Problem?

 

Also erst einmal - nicht beim Kunden, der das fertige Produkt kauft.

Sofern er sich darüber im Klaren ist, dass so ein "Reborn Baby" kein Kinderspielzeug, sondern eine Sammlerpuppe ist.

 

Also trifft es die Reborner...

 

Nun klar.

Die Händler, die die Bausätze verkaufen, halten sich bedeckt.

Mittlerweile hat sich herumgesprochen - und wird auch so veröffentlicht - dass man die Bausätze möglichst mit "Belüftung" (Fenster etc.) "Backen" sollte.

 

Was heißt "Backen"?

Backen heißt, dass die Farbe (oder die Versiegelung) bei 130°C für 8 Minuten getrocknet wird.

 

Bei den Genesis Farben

auf synthetischer Ölbasis macht das Sinn - denn erst dann trocknen sie. Aber sie sind auf normale  Untergründe konzipiert - also Leinwand etc., aber nicht auf PVC.

 

Und dafür ist auch die Ungiftigkeit zertifiziert.

 

Sicher sind auch die Farben, die Genesis jetzt für Reborner (hier bezieht sich das Angebot sicher nur auf die Farbmischungen) anbietet, ungiftig -

 

Aber wer hatte eigentlich bisher den Mut, mal durchzutesten, was - egal welche Fartbe oder welcher mittlerweile verdunstete Ölfarben-Verdünner - da so im Öfchen pro "Back-Gang" so ausgast????

 

Bestimmt kein Händler, wie wir bisher feststellen mussten.

 

Und die Reborner - ich weiß auch nicht, warum sie den Kopf in den Sand stecken.

 

Eigentlich Schade, denn hier - und NUR!!!! hier - wäre der Knopf, um die Händler in ihre Pflicht zu nehmen!

 

OK - wir werden das Unsrige dazu tun, denn wir sind kritisch.

 

 

Die Weichmacher.... (Teil 1)

Ja, was ist das eigentlich?

Wie der Name schon sagt - sie machen das Vinyl weich.

 

Denken wir mal an die alten Schallplatten - die waren auch aus Vinyl, aber gottseidank fast bretthart.

 

Alteingesessene Reborner erinnern sich noch an die z.B. Knoops-Bausätze von Werkhaus - auch die waren noch relativ hart, und ich weiß nicht, wieviele Rootingnadeln ich damals abgebrochen habe... da musste man dann Linsen oder Reis in einen Socken füllen, in der Mikrowelle erhitzen und dann schnell in den Kopf stecken, damit sich das Vinyl ein wenig erwärmte und man dann besser Rooten konnte... also die Rootingnadel leichter durch das Vinyl ging.

 

Die Alternative war, unter Rotlicht zu rooten, denn das wärmt ja auch.

 

Da hat sich aber noch keiner einen Kopf darüber gemacht, was denn da möglicherweise noch so passiert, wenn man Vinyl erhitzt....

 

Nachdem dann aus USA die Genesiswelle herüberschwappte, gab esw dann doch so einige Überlegungen dazu.

 

Des weiteren war ja das Problem, dass die fertig gefärbten Rebornpuppen - bisher mit Acrylfarben (Jo Sonja z.B.) so irgendwie und nicht genau nachvollziehbar verblassten.

 

Übrig blieben eigentlich nur die Rottöne.

 

Und - auch so eine Phase -  die partielle "Innenauswaschung" mit Blau, eine feine Idee, um venöse Färbungen darzustellen, entpuppte sich als böse Falle - denn plötzlich erschienen die blauen Farben (also die Pigmente=Farbkörper) auf der Oberfläche, und der ganze Effekt war hin und das Reborn versaut.

 

Hurra - einige Händler haben reagiert - und hier muss ich mal den André Flottmann nennen, aber wertfrei, denn er hat das Problem als erster Händler erkannt - und haben "weichmacher-resistente" Acrylfarben entwickeln lassen.

 

Ah ja - also sind die Weichmacher schuld daran.

 

Was machen die denn nun?

Wir lieben sie doch, weil das Vinyl so schmusig weich ist - Ein Verkaufsname z.B. "Silikon-Vinyl" (das ist irreführend, denn Silikon und Vinyl hassen sich wie die Pest und würden niemals eine Verbindung eingehen!)

Die Weichmacher ... (Teil 2)

Also - ein Weichmacher macht weich.

Das ist einleuchtend.

Kennen wir Hausfrauen ja von der Waschmaschine her....

da heißt es nur "Weichspüler" und ist - zumindest beim Waschen - nicht schädlich.

 

Was macht denn nun aber ein Weichmacher im Vinyl?

ja, ja - auch weich.

 

Und wie macht er das?

In dem er wandert.

In der Regel nach draußen, denn er hat einen Freiheitsdrang.

Und da das Vinyl, in das er eingesperrt ist, nun mal so dick ist, hilft ihm bei seinem Fluchtverhalten die Wärme.

Sonne, Heizung oder eben - Öfchen.

 

Je wärmer, je fitter.

 

OK - und bei seinen Wanderungen durch das Vinyl braucht er dann auch mal ab und an ne Jause (Pausenbrot) - und blau und dessen Varianten liebt er.

 

Das sind nämlich Pigmente, und wenn er so ein Pigment erwischt, findet er das richtig cool, das durch die Gegend zu schleppen.

Da dreht er dann auch schon mal um und geht von Außen nach innen oder umgekehrt.

 

Aber dann - dann strampelt er sich wieder nach Außen, um diesen blöden Vinylkäfig zu verlassen.

 

Und je wärmer, umso besser.

Und schneller.

 

Ist ihm doch völlig wurscht, ob sein Vinylkäfig dann irgendwann bröselt...

 

 

Die Weichmacher ... (Teil 3)

OK, die Weichmacher, nachdem sie nun ihren Farbenverschleppungs-Job erledigt haben, streben nach der Erlösung aus dem Vinyl.

 

Und das gelingt ihnen auch - guckt mal in Euren Halogen Turbo Ofen, was sich da an der Glaswand absetzt.

 

Da sitzen sie, kommen nicht weiter und beneiden ihre Kameraden, die durch die Lüftung entkommen sind.

 

Es gibt sicher "gute" und "böse" Weichmacher - zumindest, was die Aufnahme der Weichmacher durch den Menschen angeht.

 

Es ist ja nicht von ungefähr, dass sich z.B. europäische Gesetze auf das Verbot von Phtalaten (das sind ganz böse!!! Weichmacher) geeinigt haben.

 

Trotzdem - bei aller Liebe und nach einem langen ehrlichen Telefonat mit einem Chemie-Doc - glaubt es nicht unbedingt, wenn Euch "phtalatfreies" Vinyl angepriesen wird.

 

Es kommt noch jede Menge Sch.... da raus, wenn es erhitzt wird.

 

Denn - wenn man die Phtalate (=die "bösen" Weichmacher, die auch über die Haut aufgenommen werden) entfernt, muss man sie doch ersetzen, wenn man weiterhin "weiches" Vinyl haben möchte - logisch.

 

Da gibt es - z.B. von BASF - Ersatz-Weichmacher für Phtalate.

Die sind aber ziemlich teuer.

 

Und es gibt preiswerte Alternativen, die jedoch wiederum Atemwege und Schleimhäute reizen, wenn ds Vinyl erhitzt wird.

 

Also informiert und schützt Euch!

Und wehrt Euch gegen die Händler, die Euch nur damit abspeisen, das "Öfchen" gut belüftet aufzustellen und Euch aber gleichzeitig Varnishes (Versiegelungen) und Genesis Farben für Rebornbausätze verkaufen.

Denn es gibt genügend Reborner, die zwar mit den "kalten" Acrylfarben färben, aber zum Schluss dann doch von wegen der Haltbarkeit einen Versiegeler ("Varnish") auftragen und im Öfchen backen - also dann das Vinyl erhitzen.

 

Genesis Artist Colours ist nachgewiesenermaßen harmlos, sofern es auf Leinwänden verwendet wird.

 

Die Gefahr liegt in dem Vinyl.

Aber dort liegt auch der Verdienst der Händler.

 

Die sich damit meinen, zu rehabilitieren, dass sie eben nur so allgemein auf die "Lüftung" hinweisen.

 

Wir fragen uns schon, warum seitens der Händler keine genauere Aufklärung (so z.B. durch einen Prüfkammertest verschiedener Vinylarten aus dem Verkausfssortiment) erfolgt.

 

Bis heute (18.06. 2011, das Datum wir weiterhin aktualisiert) liegt uns nur eine Absichtserklärung eines Händlers vor, der beabsichtigt, eine "Arbeitsplatzmessung" durchführen zu lassen - allerdings nur für das Vinyl seiner eigenen "phtalatfreien" Produktion.

 

Obwohl er Genesisfarben und auch Bausätze aus fremden Produktionen verkauft.

 

Aber das wäre ja schon mal ein Anfang...