Reborn-Standards und Siegel Entstehung, Notwendigkeit und Missverständnisse…
Immer noch spukt die Meinung durch einige Köpfe, dass solche Standards die künstlerische Freiheit eines Reborners einschränken würden.
Wir denken mal, dass sich diese Reborner nicht wirklich die Mühe machen, sich mit der Entwicklung des Rebornens auseinander zu setzen.
Und leider auch nicht mit den Standards.
Oder mit dem Begriff „Standard“ an sich, wenn er einem Qualitätsmanagement zugrunde liegt.
Ein Standard ist immer eine Mindestanforderung an Materialien und Durchführung, basierend auf dem aktuellen Stand der Erkenntnisse.
Wir kennen das aus vielen Zweigen der Wirtschaft bis hin in die Pflege…
Ein Standard ist auch keine erstarrte Vorschrift, sondern etwas Lebendiges, das Grundvoraussetzungen beschreibt, nach denen man sich richten sollte, sofern man Wert auf Qualität seiner Arbeit legt.
Dabei – und ich beziehe mich jetzt einmal nur auf das Rebornen – liegt es doch jedem Künstler frei, zu experimentieren. Denn auch nur so kommt eine Weiterentwicklung zustande.
Nur wenn ich mein Reborn verkaufen will, sollte ich mir darüber Gedanken machen, dass ich eine hochqualifizierte Arbeit verkaufe.
Immerhin gilt die Rückgabefrist von 2 Jahren auch bei Reborns – und der Gedanke, man sei ja ein „privater“ Verkäufer, ist insofern falsch, da jede dieser Puppen eigens angefertigt ist und mit der Absicht, einen Gewinn zu erzielen, angeboten wird.
Auch das wird von vielen Rebornern einfach „ausgeblendet“.
Also bin ich als Reborner doch auf der sichereren Seite, wenn ich mich an gewisse Erkenntnisse, die in allen bereits vergangenen Jahren des Experimentierens gewachsen sind, halte.
Diese Erkenntnisse nennt man „Standards“.
Ein Standard schreibt mir nicht vor, wie mein Reborn (aus künstlerischer Sicht) auszusehen hat, denn sonst würden alle Bausätze eines Typen von allen gleich bearbeitet werden müssen.
Standards nennen nur die Mindestanforderungen an die „technische“ Verarbeitung und die zu verwendenden Materialien.
Das heißt, es geht um rein fachliches Know How.
Also: „wenn Du das und das machst, solltest Du es mindestens so machen – aus fachlicher Sicht“
Da gibt es z.B. Reborner, die bemängeln, dass in den Standards keine Acrylaugen erlaubt sind.
Warum bitte soll ein Reborner, nur um ein paar Euros an Material zu sparen, Plastikaugen nehmen, die in keinem Vergleich zu mundgeblasenen Glasaugen stehen?
Wenn das unter „Einschränkung meiner künstlerischen Freiheit“ zu verstehen ist, na, dann Danke – zumindest, was die Qualität des Reborns angeht, und auch somit die Einstellung des Reborners zu seinen Puppen und deren Käufern.
Ein weiterer Aspekt:
Eine Reborn-Puppe ist definiert als „so lebensecht wie möglich“.
Das unterscheidet sie von allen anderen Puppen.
Und genau unter diesem Aspekt sind die Standards zu sehen.
Ein Reborn, das nach einigen Monaten verblasst oder seltsame Flecken bekommt, weil der Reborner keine Ahnung von Weichmachern und deren Verhalten zu Farbpigmenten hat, ist ein schlechtes Reborn.
Ein Reborn, das Wimpernstränge geklebt bekommt, die an Fliegenbeine erinnern,
oder Lippen wie Lippenstift aus der Werbung
ist kein Reborn, sondern eine Puppe (ist ja auch OK – nur haben solche Püppchen nichts unter der Rubrik „Reborn“ zu suchen.
Ob jetzt jemand viele Effekte zum Hautbild verwendet oder eher lieber blass tönt – das bleibt doch dem Künstler überlassen!
Ob er Wimpern klebt oder rootet oder bei manchen Modellen ganz darauf verzichtet, ebenfalls.
Ob er (weichmacherresistente) Acrylfarben benutzt oder Genesis – egal.
Ob er Haare rootet oder malt oder beides kombiniert – seine Entscheidung!
Selbst die Entscheidung, ob er eine Tresse (z.B. bei größeren Reborns, also Kleinkindern / Toddler) oder Perücke nimmt, bleibt ihm überlassen.
Wird denn nun nicht doch die künstlerische Freiheit durch solche Standards eingeschränkt?
Nein.
Künstlerische Freiheit ist nicht gleichzusetzen mit dem Verdecken von Nichtkönnen.
Um mich künstlerisch frei auszutoben, muss ich erst einmal alle Materialien kennen und und alle Techniken beherrschen, mit denen ich arbeite.
Auch hier sind die Standards eine wertvolle Hilfe.
Gut – Standards … aber wozu ein Siegel von ERVERA e.V.?
Ein ERVERA-Siegel, das nach einer erfolgreichen Zertifizierung vergeben wird, ist – neben der Anerkennung des eigenen Könnens – ein absolut zuverlässiger Garant für Sammler.
Denn so eine Begutachtung erfolgt durch 3 Juroren,
1. was die Färbung angeht bei Tageslicht und
2. auch bis hin ins „Eingemachte“ geht.
Die Bewerber erhalten in jeden Fall die Kopie ihres mehrseitigen ausführlichen Bewertungsbogens (ggf. mit entsprechenden Anmerkungen) zurück – auch, wenn eine Zertifizierung abgelehnt wird.
Dann wissen sie aber, wo noch Schwachpunkte stecken und können diese korrigieren und erneut um eine Zertifizierung einreichen.
ERVERA e.V. steht danach auch als „Mediator“ (um es mal so auszudrücken) zur Verfügung, sofern sich Probleme aus einem Verkauf oder in Bezug auf die Zertifizierung ergeben.
Das Siegel ist ja nur 2 Jahre gültig!
Ja, denn in 2 Jahren kann sich viel tun …
Natürlich ist niemand verpflichtet, danach eine Nach-Besiegelung einzureichen.
Aber er kann sich auch zu einer „Nachbesiegelung“ anmelden und bekommt dann ggf. ein neues Zertifikat.
ERVERA will damit „verdienen“ (?)
Nun denn, so ein Spruch kann nur von Menschen kommen, die nicht genau nachrechnen…
Nein, es kommt uns wirklich nur darauf an, Reborner offiziell zu qualifizieren, denn es gibt zu viele „Möchtegern-Reborner“, die das gesamte Image des Rebornens „versauen“.
Wenn sich drei (jeweils wechselnde) Juroren an einem Platz in Deutschland zusammenfinden, um zwei Tage lang eine Zertifikation durchzuführen, dann gehört da – bei dem Zerti-Preis – schon eine Menge Idealismus zu.
Fahrt – Unterbringung – Verpflegung….
Aber da ERVERA e.V. nun mal von Rebornern und Sammlern gegründet wurde, sehen wir das locker und buchen das persönliche Engagement einfach mit ein – für Null.
Die bisherigen Standards…
Wir haben hier noch die alte Version von 2009, die vom damaligen Vorstand eingestellt wurde. Dort sind z.B. auch Acrylaugen eingefügt worden – die Begründung wurde aber nicht beigefügt, auch nicht intern, so dass wir uns jetzt auf die aktuelle Mitgliederdiskussion berufen, die Acrylaugen aus fachlichen Gründen ablehnt.
Sobald die aktuelle Version „online-fertig“ ist, werden wir sie hier einstellen.
Die „alte“ Version finden Sie unter „Standards“
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